17.04.2014
10.04.2014
Freiheit
Freiheit.
Nun kann mir keiner mehr etwas vormachen. Endlich
spüre ich sie am eigenen Leib und verstehe ihren tieferen Sinn, welcher mir
alles Glück dieser Welt offenbart.
Endlich bin ich frei, atme ein und aus, liebe die
Luft, wie sie in meine Lungen strömt und dort ihr Unwesen treibt. Es ist eine
tolle Vorstellung, wie ein außerhalb meines Körpers existierender Stoff
plötzlich ein Teil von mir ist, sich mit meinem Blut vermischt und durch meine
Adern fließt, um mir das Leben zu ermöglichen. Ausatmen. Dann ist plötzlich was
von mir da draußen und wird durch den Wind mit all den anderen Stoffen vermischt,
die so in der Luft herumfliegen, während ich am Straßenrand auf einem Hügel
stehe und die Schönheit des Moments genieße. Frei von Stress, Hektik und
Streit, ohne Liebe und Gefühle, nur mit dem Gedanken im Hinterkopf, die besten
Freunde zu haben.
Es ist die Zeit meiner Rebellion. Als Kinder
schworen wir uns, nie etwas zu machen, was nicht den Normen entspricht. Niemals
Alkohol, keine Drogen, das übliche Geplänkel. Doch unsere Generation Y wuchs in
eine Zeit hinein, die den Drang nach solchen „Helfern“ geradezu herausfordert. Schule
stresst und man hat sonstige Probleme, da hilft einem der ein oder andere
Exzess, mal wieder alles zu vergessen. Wir waren immer viel zu lieb. Gerade
Mädchen sind klischeebehaftet, da sie sich immer an die Regeln halten mussten. Und
dann folgt irgendwann die benannte Zeit, in der man sich selbst das Gegenteil
beweisen muss. Man macht Dinge, die man selbst noch vor wenigen Monaten nicht
von sich selbst erwartet hätte. Aber warum damit aufhören? Es gehört zu uns. Zu
dieser Zeit. Zu unserer Generation. Lieber mache ich eine Nacht drauf, als mich
ritzen zu müssen, weil die Probleme mir so anhängen. Ich finde darin Wege der
Besserung für mich selbst. Früher war ich nett (was nicht heißen soll, dass ich
es heute nicht mehr bin) und ich hielt mich an die Regeln. Der Dank meines
Schicksals war es zu dieser Zeit, mir immer wieder Unglück entgegenzubringen. Doch
ich lerne daraus, mache ein paar Dinge, die keiner von mir erwartet, und schon
geht es mir selbst richtig gut. Dann bin ich endlich ich selbst. Und das
verleiht Freiheit. Am allerschönsten ist es, diese Zeit mit einem Menschen
zusammen zu durchleben und gemeinsam über die Veränderungen lachen zu können. Wir
alle sagen, dass es unser Ausgleich ist, über die Stränge zu schlagen. Und nun
kann ich endlich leben, ohne das ständige Verlangen meines Herzens nach einer bestimmten
Person. Es will nun sogar viel mehr, nämlich all die Menschen, welche mir
wirklich das Gefühl geben, einen Wert zu haben und die bei mir sind, wann immer
ich sie brauche, um mit ihnen stundenlang zu lachen.
23.03.2014
...
Es schrie in ihr. Tausend Dämonen und Geister schienen sich
durch ihre Seele zu fressen. Sie spürte noch immer die Berührungen auf ihrer
Haut. Sie brannten vor Leidenschaft, obwohl sie bereits seit mehreren Stunden
auf einer ungemütlichen Straße im Dunkeln saß und nach oben starrte. Über ihr
erstreckte sich der Himmel mit all seinen Gestirnen und sie versuchte, einen
Gedanken zu fassen. Doch es fiel ihr schwer. Der Alkohol verzerrte ihr
Sichtfeld und stahl Mary ihre Fähigkeit, den Überblick zu behalten. Die Sterne
am kühlen Mitternachtshimmel offenbarten ihr, dass sie frei war. Frei von
allem. Gänsehaut verbreitete sich auf ihren nackten Beinen und sie zitterte vor
Kälte, doch in diesem Zustand schien ihr alles egal zu sein. Der Rausch ließ
nur sehr langsam nach und der Schmerz der bitteren Realität verbreitete sich in
ihr. Die Glieder schmerzten Mary und sie erblickte dunkelrotes Blut auf ihrer
Hand. Hatte sie wieder eine dieser Halluzinationen? Als sie sichergehen wollte
und mit den Fingern der anderen Hand über die klaffende Wunde strich, spürte
sie, wie ihr Lebenselixier sich bereits zu leichtem Schorf entwickelt hatte.
Ihre wichtigsten Sinne wollten einfach nicht zurückkehren. Der Alkohol hatte
ihrem Körper jegliche Flüssigkeit entzogen und sie versuchte krampfhaft zu
schlucken. Ein unangenehmer Geschmack von Tabak lag auf ihrer Zunge. Sie wusste
nicht, wie ihr geschah, als die wenigen Erinnerungen sie wieder ergriffen. Was
hatte sie bloß getan? Warum war es überhaupt so weit gekommen, dass sie nun
allein hier saß?
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